Trotz des jüngsten 0:4 beim FC Bayern geht die Eintracht zuversichtlich ins nächste Topspiel. Nicht nur, weil gegen Bayer der Abwehrchef zurückkehrt.
Eintracht setzt auf Mix aus Mut und Leidensfähigkeit
Mit der ersten positiven Nachricht konnte Eintracht-Coach Dino Toppmöller am Freitag schon gut 24 Stunden vor dem Topspiel gegen Double-Sieger Leverkusen aufwarten. Innenverteidiger Robin Koch (28), der in den letzten drei Partien wegen einer Schulterverletzung auf Eis lag, wird am Samstagabend gegen die Werkself sein Comeback feiern: „Robin hat grünes Licht für die Startelf gegeben“, verkündete Toppmöller auf der Spieltagspressekonferenz. „Kleine und große Spielformen, auch mit intensiven Zweikämpfen – Robin hat alles gut verkraftet. Wir sind glücklich, dass wir unseren Abwehrchef wieder dabeihaben.“
Heimspiele gegen Dortmund und die Bayern dienen als Mutmacher
Die Frage nach einer Alternative für den gelb-gesperrten Innenverteidiger-Kollegen Tuta hat sich somit erübrigt, unabhängig davon ob Toppmöller sein Team mit einer Dreier- oder Viererkette ins Rennen schicken wird. Bei dieser Frage ließ sich der Fußballlehrer naturgemäß nicht in die Karten schauen. Generell sieht der Coach „Leverkusen einen Entwicklungsschritt weiter als uns“. Aber: „Das bedeutet für die 90 Minuten erstmal nichts.“. Trotz der zuletzt enttäuschenden Vorstellung während des 0:4 beim FC Bayern. Gegen Dortmund (2:0) und in der Hinrunde gegen München (3:3) „haben wir schließlich bewiesen, dass wir gerade zuhause mit den Fans im Rücken auch Topgegnern Paroli bieten können“, so Toppmöller.
„Wie stoppt man Wirtz? Diese Frage stellt sich im Weltfußball jeder.“ (Dino Toppmöller)
Sein Plan gegen Leverkusen: „Wir müssen die Phasen überstehen, in denen der Gegner Dominanz haben wird, mit einer guten Defensivleistung und einem guten Torwart. Aber es geht für uns nicht nur darum, härter zu spielen, sondern auch offensiv unsere Akzente zu setzen. Ich habe den Eindruck, dass wir uns dann auch leistungstechnisch an Leverkusen annähern.“ Als Beleg zieht Toppmöller das knappe 1:2 im Hinspiel heran, als der Eintracht in der Nachspielzeit bei Jonathan Tahs Foul an Hugo Ekitiké ein Strafstoß verweigert wurde. Diese Szene ist natürlich unvergessen, soll in der Vorbereitung jedoch keine Rolle spielen, wie der SGE-Trainer versichert: „Unsere Motivation ist die Gegenwart. Wir können morgen einen großen Schritt machen.“
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Generell sagt Toppmöller mit Blick auf Leverkusen: „Xabi Alonso hat es hinbekommen, dass bei Bayer neben einem gepflegten Ball auch eine Top-Mentalität herrscht. Wir freuen uns darauf, genau mit solchen Gegnern wollen wir uns messen.“ Und ohne die Qualität des gesamten Bayer-Ensembles auch nur ansatzweise zu schmälern, äußert er besonderen Respekt vor Florian Wirtz: „Die Frage, wie man ihn stoppen kann, stellt sich im Weltfußball jeder. Er ist eine Augenweide, der Top-Spieler, der aus dem Kollektiv noch einmal heraussticht.“
„Heikles Thema“ Ramadan: An Spieltagen gibt es eine Ausnahme
Besondere Aufmerksamkeit verlangt bei der Eintracht, wie generell in der Branche, auch in dieser Saison der muslimische Fastenmonat Ramadan, der in der Nacht auf Samstag beginnt. Mit Hugo Ekitiké, Fares Chaibi, Ellyes Skhiri und Can Uzun könnten vier Profis von der religiös motivierten Umstellung ihrer Ernährungs- und Schlafgewohnheiten betroffen sein. „Das ist natürlich ein heikles Thema“, stellt Toppmöller einerseits fest. „Als Leistungssportler brauchst du Energie über die Nahrung.“ Konkreten Anlass zur Sorge sieht er vorab dennoch nicht: „Unsere Mediziner haben alles im Griff. Die Jungs werden überwacht und mit Rat und Tat versorgt. Wir haben praktisch nur vormittags Training, da bist du noch leistungsfähig, auch wenn du noch nichts gegessen hast. Und an Spieltagen machen die Jungs dann eine Ausnahme, soweit ich weiß.“