Kimmich? Endlich gibt Bayern wieder den Takt vor 

 

Am Montagabend hat der Aufsichtsrat des FC Bayern in seiner turnusmäßigen Quartalssitzung beschlossen, das Angebot für eine Vertragsverlängerung mit Joshua Kimmich (vorerst) zurückzuziehen. Eine nachvollziehbare und richtige Entscheidung des höchsten Klubgremiums. Ein Kommentar von kicker-Reporter Georg Holzner.

Aufsichtsrat setzt ein Zeichen

Dass Kimmich, immerhin Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, nach den – auf die Leistungen bezogen auch international betrachtet – nicht marktgerechten neuen Arbeitspapieren für Jamal Musiala und Alphonso Davies seine Forderungen an die Konditionen bei seinen Kollegen anpassen möchte, ist verständlich.

Dass die Führungsetage beim FC Bayern den 30-Jährigen hingegen anders bewertet als Musiala und Davies, ist ebenfalls verständlich. Allein aufgrund des Alters – und der damit verbundenen Ausrichtung der Zukunft. In Musiala und Davies sehen die Bayern-Bosse noch Entwicklungspotenzial.

Hinzukommt, dass Sportvorstand Max Eberl es versäumt hat, Kimmich eine Frist für seine Entscheidung zu setzen. Der Aufsichtsrat musste also handeln. Damit zeigt das Kontrollgremium, dass die ständigen Forderungen von Spieler- und/oder Managementseite langsam ein Ende haben sollen. Schließlich ist aus den geplanten Einsparungen bisher noch nichts geworden.

Kimmich steckt in einer komplizierten Situation

Darüber hinaus beweist der FC Bayern wieder Stärke, indem endlich wieder der Klub den Takt bestimmt – und nicht der Spieler. Kimmich ist nun der erste Leidtragende. Und muss genau überlegen, wie er seine Zukunft plant. Denn die Interessenten sind überschaubar. Real Madrid und der FC Liverpool, bei denen Kimmich durch einen Bekannten angeboten wurde, haben konkrete Gespräche abgelehnt.

Ohnehin könnte es sehr schwierig für Kimmich werden, einen Klub zu finden, der ihm nur ansatzweise das in München bezahlte Gehalt überweist. Womit der auch bei Bayern sportlich nicht unumstrittene Mittelfeldmann in der Klemme steckt.

Nicht auszuschließen, dass Kimmich am Ende doch nochmal ein Angebot der Münchner erhält – zu deutlich reduzierten Bezügen – und dieses gewollt oder ungewollt annehmen muss. Allein aus Mangel an Alternativen. Und wenn nicht, wird es auch ohne ihn weitergehen.

 

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